Raps giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 2 Min. Lesezeit| 3,670 fanden dies hilfreich
Brassica napus L.
1

Giftstoffe sind SMCO (wird durch Trocknung/Silierung inaktiviert) und Glucosinolate (bleiben bei Trocknung aktiv)

2

Vergiftungen treten fast nur bei einseitiger Fütterung von Grünraps oder glucosinolathaltigen Pressrückständen auf

3

Gezüchtete 00-Sorten sind frei von Erucasäure und Glucosinolaten und deutlich ungefährlicher

Häufige Fragen

Ist Raps giftig für Menschen?

Keine bekannten schweren Vergiftungsfälle bei Menschen. Bei Aufnahme sehr großer Mengen können leichte Magen-Darm-Beschwerden auftreten (Gering)

Ist Raps giftig für Katzen?

Keine spezifischen klinischen Daten verfügbar. Bei Aufnahme großer Mengen können Speichelfluss, Durchfall oder Atembeschwerden auftreten (Gering)

Ist Raps giftig für Hunde?

Keine spezifischen klinischen Daten verfügbar. Bei Aufnahme großer Mengen können Magen-Darm-Reizungen, Kolik oder neurologische Auffälligkeiten auftreten (Gering)

Ist Raps giftig für Pferde?

Vergiftungen treten vor allem bei unsachgemäßer Fütterung auf. Mögliche Symptome sind Fressunlust, Kolik, Atemnot oder Bewegungsstörungen (Stark)

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Giftigkeitsdetails

Menschen
Gering

Keine bekannten schweren Vergiftungsfälle bei Menschen. Bei Aufnahme sehr großer Mengen können leichte Magen-Darm-Beschwerden auftreten

Katzen
Gering

Keine spezifischen klinischen Daten verfügbar. Bei Aufnahme großer Mengen können Speichelfluss, Durchfall oder Atembeschwerden auftreten

Hunde
Gering

Keine spezifischen klinischen Daten verfügbar. Bei Aufnahme großer Mengen können Magen-Darm-Reizungen, Kolik oder neurologische Auffälligkeiten auftreten

Pferde
Stark

Vergiftungen treten vor allem bei unsachgemäßer Fütterung auf. Mögliche Symptome sind Fressunlust, Kolik, Atemnot oder Bewegungsstörungen

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileSamen (Glucosinolat-Anteil >3%), grüne Pflanzenteile (Nitrat), Blüten und junge Blätter (SMCO)
VergiftungswegOrale Aufnahme durch Fütterung von frischen Pflanzenteilen, Samen, Pressrückständen (z. B. Rapskuchen) oder Aufnahme auf mit Raps bewachsenen Weiden
Giftige InhaltsstoffeSMCO (S-Methyl-Cystein-Sulfoxid); Glucosinolate (Senfölglykoside); Nitrate

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Sofortige Beendigung der Fütterung von Raps oder rapshaltigen Produkten
  • • Bei wachen Haustieren nach Aufnahme großer Mengen Erbrechen herbeiführen
  • • Betroffene Tiere an einen ruhigen, kühlen Ort bringen und freien Wasserzugang gewährleisten

Sofort Tierarzt rufen

  • • Auftreten von blutigem Durchfall, Atemnot oder neurologischen Symptomen wie Kreiswandern oder Taumeln
  • • Verdacht auf Aufnahme großer Mengen von glucosinolathaltigen Rapssorten
  • • Auffälligkeiten wie blutiger Urin (Hämoglobinurie) bei Weidetieren

Prävention

  • • Grünraps nur bis zur Blütezeit verfüttern oder zum Weiden verwenden
  • • Rapskuchen nur trocken und nicht gemeinsam mit anderen Kreuzblütlern verabreichen
  • • Bevorzugt auf 00-Rapssorten (frei von Erucasäure und Glucosinolaten) zurückgreifen

Behandlung & Prognose

  • • Dekontamination z. B. Gabe von Aktivkohle bei frischer Aufnahme großer Mengen
  • • Symptomatische Therapie entsprechend den auftretenden Beschwerden (z. B. Behandlung von Koliken, Flüssigkeitsausgleich)
  • • Kontinuierliche Überwachung der Atemfunktion, Nierenwerte und Kreislauffunktion
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NameBrassica napus L.
AliasnamenWinterfutterraps
Giftigkeitsgrad
MenschenGering
KatzenGering
HundeGering
PferdeStark
Zielorgane
Magen-Darm-TraktAtemwegeZentralnervensystemHarnwege/NierenKreislaufsystem
Wirkmechanismus

• Glucosinolate werden bei Pflanzenschädigung oder durch Pansenflora zu giftigen Derivaten wie Isothiocyanaten oder Nitrilen umgewandelt

• Der Anämiefaktor SMCO schädigt rote Blutkörperchen und kann zu Hämoglobinurie führen

• Nitrate in grünen Pflanzenteilen werden teilweise zu giftigem Nitrit umgewandelt, das den Sauerstofftransport im Blut hemmt

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Wiederkäuer (Rind, Schaf, Ziege): Hohes Vergiftungsrisiko bei einseitiger Fütterung von Grünraps. Symptome reichen von Fressunlust und Kolik bis zu Atemnot, neurologischen Ausfällen und Hämoglobinurie
Schweine: Vergiftungen bei Fütterung von glucosinolathaltigen Pressrückständen möglich, führen zu Fressunlust und Leistungsminderung
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Andere Kohl-Arten (Brassica-Arten) Brassica spp.
Alle Arten enthalten Glucosinolate und meist auch SMCO, sie unterscheiden sich nur im Anteil der Giftstoffe. Spezielle 0- und 00-Rapssorten haben stark reduzierte Giftstoffgehalte
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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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