Gift-Hahnenfuss giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 4 Min. Lesezeit| 926 fanden dies hilfreich
Ranunculus sceleratus L.
1

Die Giftigkeit entsteht erst bei Verletzung oder Welken der Pflanze durch Spaltung des harmlosen Ranunculins zu Protoanemonin

2

Getrocknete Pflanze im Dürrfutter ist ungiftig, da Protoanemonin zum nicht toxischen Anemonin umgewandelt wird

3

Schwere Vergiftungen treten nur bei Aufnahme großer Mengen über einen längeren Zeitraum auf

Häufige Fragen

Ist Gift-Hahnenfuss giftig für Menschen?

Keine spezifischen Daten verfügbar, bei Verzehr sind Mundreiz, Bläschenbildung, Gastroenteritis, bei großen Mengen Krämpfe zu erwarten (Stark)

Ist Gift-Hahnenfuss giftig für Katzen?

Keine spezifischen Studien vorhanden, es wird aber von Schleimhautreiz, Erbrechen und Durchfall bei Aufnahme ausgegangen (Gering)

Ist Gift-Hahnenfuss giftig für Hunde?

Keine spezifischen Studien vorhanden, es wird aber von Schleimhautreiz, Erbrechen und Durchfall bei Aufnahme ausgegangen (Gering)

Ist Gift-Hahnenfuss giftig für Pferde?

Leichte Gastroenteritis bei geringer Aufnahme; bei >2kg Aufnahme oder 3-wöchiger Fütterung: Bläschen im Maul, Speichelfluss, Kolik, Hämaturie, Krämpfe, im schlimmsten Fall Atemlähmung (Stark)

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Giftigkeitsdetails

Menschen
Stark

Keine spezifischen Daten verfügbar, bei Verzehr sind Mundreiz, Bläschenbildung, Gastroenteritis, bei großen Mengen Krämpfe zu erwarten

Katzen
Gering

Keine spezifischen Studien vorhanden, es wird aber von Schleimhautreiz, Erbrechen und Durchfall bei Aufnahme ausgegangen

Hunde
Gering

Keine spezifischen Studien vorhanden, es wird aber von Schleimhautreiz, Erbrechen und Durchfall bei Aufnahme ausgegangen

Pferde
Stark

Leichte Gastroenteritis bei geringer Aufnahme; bei >2kg Aufnahme oder 3-wöchiger Fütterung: Bläschen im Maul, Speichelfluss, Kolik, Hämaturie, Krämpfe, im schlimmsten Fall Atemlähmung

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileDie gesamte Pflanze ist giftig, aufgrund des scharfen Geschmacks werden normalerweise nur kleine Mengen aufgenommen
VergiftungswegAufnahme durch Verzehr von frischen oder verwelkten Pflanzenteilen
Giftige InhaltsstoffeRanunculin (ungiftig in intakter Pflanze); Protoanemonin (toxisches Spaltprodukt von Ranunculin); Anemonin (ungiftiges Dimerisierungsprodukt von Protoanemonin)

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Sofort weitere Aufnahme der Pflanze unterbrechen, Reste aus dem Maul entfernen
  • • Kein künstliches Erbrechen herbeiführen, um Schleimhautschäden zu vermeiden
  • • Schleimhautschützende Mittel wie Milch oder Heilerde verabreichen

Sofort Tierarzt rufen

  • • Bei Auftreten von Bläschen im Maul, anhaltendem Erbrechen oder Durchfall
  • • Bei Krämpfen, Zittern oder Lähmungserscheinungen
  • • Bei bekannter Aufnahme großer Mengen der Pflanze durch Pferde oder Nutztiere

Prävention

  • • Weiden regelmäßig auf Vorkommen von Gift-Hahnenfuss kontrollieren und entfernen
  • • Frisches Futter auf Verunreinigungen prüfen, getrocknetes Dürrfutter ist unbedenklich
  • • Hunde und Katzen von Wildbeständen der Pflanze fernhalten

Behandlung & Prognose

  • • Dekontamination und symptomatische Therapie
  • • Verabreichung von schleimhautschützenden Präparaten
  • • Ggf. Antihistaminika bei starken Reizreaktionen
  • • Unterstützende Therapie bei Kolik, Krämpfen oder Dehydration
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NameRanunculus sceleratus L.
AliasnamenSellerieblättriger Hahnenfuss、Sumpf-Hahnenfuss
Giftigkeitsgrad
MenschenStark
KatzenGering
HundeGering
PferdeStark
Zielorgane
MundschleimhautVerdauungstraktNierenZentrales NervensystemAtemwegeEuter (bei Kühen)
Wirkmechanismus

• Ungiftiges Ranunculin wird bei Verletzung/Welken der Pflanze enzymatisch zu giftigem Protoanemonin gespalten

• Protoanemonin reizt alle Schleimhäute und schädigt Nervensystem sowie Nieren

• Bei Trocknung dimerisiert Protoanemonin zum ungiftigen Anemonin, getrocknete Pflanzen sind ungefährlich

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Kuh: Bei längerer Aufnahme treten Euterentzündungen auf, die Milch wird rötlich verfärbt und schmeckt bitter
Kleinnager: Keine spezifischen Daten verfügbar, Toxizität aufgrund der Inhaltsstoffe wird vermutet
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Andere Hahnenfuss-Arten Weitere Ranunculus spp.
Alle Hahnenfuss-Arten haben ähnliche Blattformen und enthalten ebenfalls Protoanemonin, die Unterscheidung ist nur anhand von Blütenmerkmalen und Wuchsort möglich
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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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