Blauer Eisenhut giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 4 Min. Lesezeit| 2,794 fanden dies hilfreich
Blauer Eisenhut
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Alle Pflanzenteile sind giftig, insbesondere Wurzel und Samen; vor der Blüte haben oberirdische Teile den höchsten Giftgehalt.

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Aconitin gehört zu den stärksten bekannten Pflanzengiften, schon geringe Mengen führen zu lebensgefährlichen Intoxikationen.

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Die Pflanze wird wegen des scharfen Geschmacks meist von Tieren gemieden, eine Vergiftung ist trotzdem möglich.

Häufige Fragen

Ist Blauer Eisenhut giftig für Menschen?

Brennen und Parästhesien im Mund, Speichelfluss, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kolik, Herzrhythmusstörungen, Sehstörungen, Atemlähmung bis hin zum Tod durch Herz- oder Atemstillstand (Sehr stark)

Ist Blauer Eisenhut giftig für Katzen?

Keine spezifischen Symptomdaten verfügbar, Vergiftung verläuft ähnlich wie bei anderen Säugetieren und ist potenziell tödlich (Sehr stark)

Ist Blauer Eisenhut giftig für Hunde?

Keine spezifischen Symptomdaten verfügbar, Vergiftung verläuft ähnlich wie bei anderen Säugetieren und ist potenziell tödlich (Sehr stark)

Ist Blauer Eisenhut giftig für Pferde?

Parästhesien, Ataxie, Herzrhythmusstörungen, Atembeschwerden; Pferde sind besonders empfindlich, Vergiftung verläuft oft tödlich (Sehr stark)

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Giftigkeitsdetails

Menschen
Sehr stark

Brennen und Parästhesien im Mund, Speichelfluss, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kolik, Herzrhythmusstörungen, Sehstörungen, Atemlähmung bis hin zum Tod durch Herz- oder Atemstillstand

Katzen
Sehr stark

Keine spezifischen Symptomdaten verfügbar, Vergiftung verläuft ähnlich wie bei anderen Säugetieren und ist potenziell tödlich

Hunde
Sehr stark

Keine spezifischen Symptomdaten verfügbar, Vergiftung verläuft ähnlich wie bei anderen Säugetieren und ist potenziell tödlich

Pferde
Sehr stark

Parästhesien, Ataxie, Herzrhythmusstörungen, Atembeschwerden; Pferde sind besonders empfindlich, Vergiftung verläuft oft tödlich

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileGanze Pflanze, insbesondere Wurzel und Samen sowie Blumenwasser. Oberirdische Teile haben vor der Blüte den höchsten Giftgehalt, getrocknete Pflanze hat leicht verminderte Toxizität.
VergiftungswegOrale Aufnahme durch versehentliches Verzehren von Pflanzenteilen, Kontakt mit Schleimhäuten
Giftige InhaltsstoffeAconitin; Mesaconitin; Hypaconitin; N-Desethylaconitin; Oxoaconitin; 14-Acetylneolin; Aconosin; Hokbusin A; Senbusin C; Magnoflorin

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Sofortiges Ausspülen des Mundes bei oraler Aufnahme, falls die betroffene Person bei Bewusstsein ist
  • • Kein Erbrechen herbeiführen, um weitere Schleimhautschäden zu vermeiden
  • • Sofortige Kontaktaufnahme mit Giftnotruf, Arzt oder Tierarzt

Sofort Tierarzt rufen

  • • Bei jedem Verdacht auf Aufnahme von Pflanzenteilen, auch bei noch fehlenden Symptomen
  • • Beim Auftreten von ersten Symptomen wie Speichelfluss, Unruhe oder Bewegungsstörungen bei Tieren
  • • Beim Auftreten von Herzrhythmusstörungen oder Atembeschwerden nach Kontakt mit der Pflanze

Prävention

  • • Pflanze nicht in Gärten anlegen, in denen Kinder oder Haustiere Zugang haben
  • • Beim Spaziergang in der Natur darauf achten, dass Tiere keine unbekannten Pflanzen fressen
  • • Verwechslungsgefahr mit essbaren Pflanzen wie Sellerie oder Meerrettich beachten

Behandlung & Prognose

  • • Dekontaminationsmaßnahmen wie Gabe von medizinischer Kohle unter ärztlicher/tierärztlicher Aufsicht
  • • Symptomatische Therapie zur Stabilisierung von Herzfunktion und Atmung
  • • Einsatz von Antiarrhythmika bei Herzrhythmusstörungen; Digitalis und Strophanthin sind kontraindiziert
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NameAconitum napellus aggr.
AliasnamenEchter Eisenhut、Echter Sturmhut、Fischerkappe、Fuchswurz、Gifthut、Giftkraut、Mönchshut、Reiterkappe、Sturmhut、Tübeli、Venuswagen、Wolfskraut、Wolfswurz、Würgling、Ziegentod
Giftigkeitsgrad
MenschenSehr stark
KatzenSehr stark
HundeSehr stark
PferdeSehr stark
Zielorgane
HerzNervensystemAtemwegeMagen-Darm-TraktAugen
Wirkmechanismus

• Enthaltene Diterpenalkaloide blockieren Natriumkanäle in Zellmembranen und stören die Erregungsleitung von Nerven und Herzmuskelzellen

• Aconitin führt schon in geringsten Dosen zu Funktionsstörungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Atemmuskulatur

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Pferd: Besonders empfindlich gegenüber den Giftstoffen, Vergiftung verläuft oft tödlich
Esel: Besonders empfindlich gegenüber den Giftstoffen
Ziege: Besonders empfindlich gegenüber den Giftstoffen
Schaf: Etwas geringere Empfindlichkeit als Pferde, Esel und Ziegen, aber trotzdem hohe Vergiftungsgefahr
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Andere Eisenhut-Arten Aconitum sp. (andere Arten)
Sehr ähnliches Aussehen, alle Arten sind ebenfalls sehr stark giftig
Rittersporn Delphinium sp.
Ähnliche Blütenform, ebenfalls sehr stark giftig
Echter Sellerie Apium graveolens
Verwechslung der Wurzelknolle möglich; Unterscheidung: Sellerie hat gefiederte, wechselständige Blätter und weiße Blüten in Dolden, ungiftig
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Verwandte giftige Pflanzen

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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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