Sardischer Hahnenfuss giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 4 Min. Lesezeit| 1,388 fanden dies hilfreich
Ranunculus sardous Crantz, Ranunculus philonotis Retz.
1

Die Giftigkeit entsteht erst bei Verletzung oder Welken der Pflanze durch enzymatische Spaltung des ungiftigen Ranunculin zu toxischem Protoanemonin

2

Getrocknete Pflanzen im Dürrfutter sind ungiftig, da Protoanemonin zum unschädlichen Anemonin dimerisiert

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Schwere Vergiftungen treten nur bei Aufnahme großer Mengen (≥2 kg bei Pferden) oder langfristiger Fütterung über mehrere Wochen auf

Häufige Fragen

Ist Sardischer Hahnenfuss giftig für Menschen?

Keine spezifischen Falldaten verfügbar, bei Aufnahme großer Mengen sind Schleimhautreizungen im Mund, Magen-Darm-Beschwerden und Hautreizungen zu erwarten (Gering)

Ist Sardischer Hahnenfuss giftig für Katzen?

Keine spezifischen Daten verfügbar, bei Aufnahme treten typischerweise Maulschleimhautreizungen, Erbrechen und Durchfall auf (Gering)

Ist Sardischer Hahnenfuss giftig für Hunde?

Keine spezifischen Daten verfügbar, bei Aufnahme sind Schleimhautreizungen, Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall wahrscheinlich (Gering)

Ist Sardischer Hahnenfuss giftig für Pferde?

Leichte Vergiftung: Gastroenteritis. Bei hoher oder langfristiger Aufnahme: Bläschenbildung, Schwellung von Maul und Lippen mit Speichelfluss, Kolik, Durchfall, Hämaturie, Tremor, Krämpfe, Paralyse, selten Tod durch Atemlähmung, ggf. Euterentzündungen bei Stuten (Stark)

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Giftigkeitsdetails

Menschen
Gering

Keine spezifischen Falldaten verfügbar, bei Aufnahme großer Mengen sind Schleimhautreizungen im Mund, Magen-Darm-Beschwerden und Hautreizungen zu erwarten

Katzen
Gering

Keine spezifischen Daten verfügbar, bei Aufnahme treten typischerweise Maulschleimhautreizungen, Erbrechen und Durchfall auf

Hunde
Gering

Keine spezifischen Daten verfügbar, bei Aufnahme sind Schleimhautreizungen, Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall wahrscheinlich

Pferde
Stark

Leichte Vergiftung: Gastroenteritis. Bei hoher oder langfristiger Aufnahme: Bläschenbildung, Schwellung von Maul und Lippen mit Speichelfluss, Kolik, Durchfall, Hämaturie, Tremor, Krämpfe, Paralyse, selten Tod durch Atemlähmung, ggf. Euterentzündungen bei Stuten

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileDie ganze Pflanze
VergiftungswegOrale Aufnahme durch Fressen, Hautkontakt mit verletzten Pflanzenteilen
Giftige InhaltsstoffeRanunculin; Protoanemonin; Anemonin

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Sofort weitere Aufnahme der Pflanze verhindern
  • • Mundhöhle vorsichtig mit klarem Wasser ausspülen, falls Pflanzenteile vorhanden sind
  • • Kein selbstständiges Herbeiführen von Erbrechen ohne tierärztliche Anweisung

Sofort Tierarzt rufen

  • • Bei nachgewiesener Aufnahme großer Mengen der Pflanze
  • • Wenn Symptome wie anhaltender Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall oder Krämpfe auftreten
  • • Bei Verdacht auf langfristige Aufnahme durch Weidetiere

Prävention

  • • Weiden regelmäßig auf Vorkommen von Hahnenfuss-Arten kontrollieren und Befall umgehend beseitigen
  • • Frische Hahnenfuss-Reste dürfen nicht in das Futter von Tieren gelangen
  • • Silage erst nach mindestens 2 Monaten Lagerung verfüttern, da der Giftgehalt bis dahin auf untoxische Werte sinkt

Behandlung & Prognose

  • • Dekontaminationsmaßnahmen durch den Tierarzt durchführen lassen
  • • Gabe von Schleimhautschutzmitteln zur Linderung von Reizungen im Verdauungstrakt
  • • Symptomatische Therapie, ggf. mit Antihistaminika, Krampflösern oder Schmerzmitteln je nach Beschwerdebild
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NameRanunculus sardous Crantz, Ranunculus philonotis Retz.
AliasnamenRauer Hahnenfuss
Giftigkeitsgrad
MenschenGering
KatzenGering
HundeGering
PferdeStark
Zielorgane
MundschleimhautVerdauungstraktNiereNervensystemAtemwegeEuter (bei Stuten)
Wirkmechanismus

• Ungiftiges Ranunculin wird bei Verletzung oder Welken der Pflanze enzymatisch zu giftigem Protoanemonin gespalten

• Protoanemonin reizt stark alle Schleimhäute und schädigt bei hoher Dosis das Nervensystem und die Nieren

• Bei Trocknung dimerisiert Protoanemonin zum ungiftigen Anemonin, sodass getrocknete Pflanzen keine Gefahr darstellen

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Kuh: Bei langfristiger Aufnahme treten Euterentzündungen auf, die produzierte Milch wird rötlich verfärbt und schmeckt bitter
Schaf und Ziege: Ähnliche Vergiftungserscheinungen wie bei Pferden, allerdings sind die Tierarten weniger empfindlich gegenüber Protoanemonin
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Scharfer Hahnenfuss Ranunculus acris
Sehr ähnliches Erscheinungsbild mit gelben 5-blättrigen Blüten, ebenfalls giftig. Unterscheidung erfolgt über die stärker gelappte Blattform und fehlende Behaarung im Vergleich zum Sardischen Hahnenfuss
Kriechender Hahnenfuss Ranunculus repens
Ähnliche Blüten und Blattform, wächst bevorzugt auf feuchten Böden und bildet Ausläufer. Giftgehalt ist vergleichbar mit dem Sardischen Hahnenfuss
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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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