Vierflügeliges Johanniskraut giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 3 Min. Lesezeit| 4,833 fanden dies hilfreich
Hypericum tetrapterum Fr.; Hypericum acutum Moench
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Die gesamte Pflanze ist giftig, der Toxingehalt schwankt stark, ca. 20% der Toxizität bleibt auch im Dürrfutter erhalten.

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Pferde reagieren besonders empfindlich auf eine Aufnahme, auch bei Rindern, Schafen und Schweinen wurden bereits Vergiftungsfälle dokumentiert.

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Die Vergiftung zeigt sich vor allem durch phototoxische Hautläsionen an sonnenexponierten, unpigmentierten Körperstellen.

Häufige Fragen

Ist Vierflügeliges Johanniskraut giftig für Menschen?

Keine spezifischen Daten zu Vergiftungen beim Menschen verfügbar, bei Kontakt oder Aufnahme umgehend ärztlichen Rat einholen. (Gering)

Ist Vierflügeliges Johanniskraut giftig für Katzen?

Keine dokumentierten Vergiftungsfälle bei Katzen bekannt, bei vermuteter Aufnahme umgehend einen Tierarzt konsultieren. (Gering)

Ist Vierflügeliges Johanniskraut giftig für Hunde?

Keine dokumentierten Vergiftungsfälle bei Hunden bekannt, bei vermuteter Aufnahme umgehend einen Tierarzt konsultieren. (Gering)

Ist Vierflügeliges Johanniskraut giftig für Pferde?

Fotodermatitis mit Rötungen, Ödemen und schwarzen Krusten an unpigmentierter Haut, Läsionen mit hohem Infektionsrisiko, Inappetenz, Taumeln, im schlimmsten Fall Koma. (Mäßig)

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Giftigkeitsdetails

Menschen
Gering

Keine spezifischen Daten zu Vergiftungen beim Menschen verfügbar, bei Kontakt oder Aufnahme umgehend ärztlichen Rat einholen.

Katzen
Gering

Keine dokumentierten Vergiftungsfälle bei Katzen bekannt, bei vermuteter Aufnahme umgehend einen Tierarzt konsultieren.

Hunde
Gering

Keine dokumentierten Vergiftungsfälle bei Hunden bekannt, bei vermuteter Aufnahme umgehend einen Tierarzt konsultieren.

Pferde
Mäßig

Fotodermatitis mit Rötungen, Ödemen und schwarzen Krusten an unpigmentierter Haut, Läsionen mit hohem Infektionsrisiko, Inappetenz, Taumeln, im schlimmsten Fall Koma.

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileDie gesamte Pflanze, vor allem Blüten und Blätter, der Toxingehalt unterliegt großen Schwankungen.
VergiftungswegOrale Aufnahme (auch über verunreinigtes Dürrfutter), phototoxische Reaktion bei Hautkontakt und gleichzeitiger Sonneneinstrahlung.
Giftige InhaltsstoffeHypericin (rot-fluoreszierendes Pigment); Pseudohypericin; Flavonoide mit Hyperosid; ätherische Öle; Gerbstoffe; antibiotisch wirksame Verbindungen; Phenolsäuren

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Betroffenes Tier sofort aus der Sonne in einen dunklen Stall oder geschlossenen Schatten bringen.
  • • Weitere Aufnahme der Pflanze umgehend unterbinden, verbliebene Pflanzenreste aus dem Maul entfernen falls möglich.
  • • Keine selbst gewählten Hausmittel anwenden, bis Rücksprache mit einem Tierarzt erfolgte.

Sofort Tierarzt rufen

  • • Wenn Hautrötungen, Ödeme oder dunkle Krusten an sonnenexponierten Körperstellen auftreten.
  • • Wenn das Tier Anzeichen von Inappetenz, Unruhe, Krämpfen oder Taumeln zeigt.
  • • Wenn eine Aufnahme größerer Mengen der Pflanze bestätigt oder vermutet wird.

Prävention

  • • Weideflächen regelmäßig auf Vorkommen von Johanniskraut überprüfen und Pflanzen vollständig entfernen.
  • • Dürrfutter vor der Verfütterung auf Verunreinigungen mit der Pflanze kontrollieren.
  • • Empfindliche Tiere wie Pferde nicht auf Flächen mit nachgewiesenem Johanniskraut-Vorkommen weiden lassen.

Behandlung & Prognose

  • • Dekontamination und symptomatische Therapie nach tierärztlicher Notfallanleitung durchführen.
  • • Gabe von Antibiotika kombiniert mit Glukokortikoiden (lokal oder parenteral), Zink-Lebertran-Paste und Niacin nach tierärztlicher Anweisung.
  • • Antihistaminika sind nur wenig wirksam und sollten nicht als Primärtherapie verwendet werden.
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NameHypericum tetrapterum Fr.; Hypericum acutum Moench
AliasnamenGeflügeltes Johanniskraut、Flügel-Hartheu、Flügel-Johanniskraut
Giftigkeitsgrad
MenschenGering
KatzenGering
HundeGering
PferdeMäßig
Zielorgane
HautVerdauungstraktZentralnervensystem
Wirkmechanismus

• Hypericin entfaltet eine phototoxische Wirkung, die bei Sonneneinstrahlung schwere Gewebeschäden an unpigmentierten Hautstellen verursacht.

• Etwa 20% der Toxizität bleiben auch nach Trocknung der Pflanze im Dürrfutter erhalten.

• Weitere Inhaltsstoffe führen zu Störungen des Verdauungstrakts und des Zentralnervensystems.

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Rind: Vergiftungsfälle wurden dokumentiert, Symptome entsprechen vor allem Fotodermatitis und Allgemeinsymptomen wie Inappetenz.
Schaf: Bekannte Vergiftungsfälle nach Aufnahme, vor allem phototoxische Hautläsionen an sonnenexponierten Körperstellen treten auf.
Schwein: Vergiftungsfälle nach Aufnahme größerer Mengen der Pflanze wurden nachgewiesen.
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Andere Johanniskraut-Arten Hypericum spp.
Sehr ähnliches Erscheinungsbild, viele weitere Arten der Gattung weisen ebenfalls eine mehr oder weniger starke Toxizität auf.
Greiskräuter Senecio spp.
Optisch teilweise ähnlich, aber deutlich giftiger, unterscheiden sich unter anderem durch ihre typische Blütenform.
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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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