Herbstzeitlose giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 4 Min. Lesezeit| 3,937 fanden dies hilfreich
Herbstzeitlose
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Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders Blüten und Samen, die Giftwirkung bleibt auch bei Trocknung, Lagerung oder Kochen erhalten.

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Vergiftungen bei Tieren treten vor allem im Frühjahr durch Blätter und Samen auf, Pferde und Schweine sind besonders empfindlich.

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Die Latenzzeit beträgt 2 bis 48 Stunden, die Letalität liegt bei 25 bis 50 %, oft tritt der Tod durch Atemlähmung ein.

Häufige Fragen

Ist Herbstzeitlose giftig für Menschen?

Mundschleimhautreizung, blutiges Erbrechen, Durchfall, Schock, Multiorganschäden, Knochenmarksuppression, Atemlähmung bei schwerem Verlauf (Sehr stark)

Ist Herbstzeitlose giftig für Katzen?

Speichelfluss, Erbrechen, blutiger Durchfall, Apathie, schwankender Gang, Kreislaufstörungen, Atemlähmung (Sehr stark)

Ist Herbstzeitlose giftig für Hunde?

Speichelfluss, Erbrechen, blutiger Durchfall, Bauchschmerzen, Apathie, Schock, Nierenversagen, Atemlähmung (Sehr stark)

Ist Herbstzeitlose giftig für Pferde?

Kolik, Zähneknirschen, Erbrechen, blutiger Durchfall, Milchversiegen bei Stuten, Kreislaufkollaps, Atemlähmung (Sehr stark)

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Giftigkeitsdetails

Menschen
Sehr stark

Mundschleimhautreizung, blutiges Erbrechen, Durchfall, Schock, Multiorganschäden, Knochenmarksuppression, Atemlähmung bei schwerem Verlauf

Katzen
Sehr stark

Speichelfluss, Erbrechen, blutiger Durchfall, Apathie, schwankender Gang, Kreislaufstörungen, Atemlähmung

Hunde
Sehr stark

Speichelfluss, Erbrechen, blutiger Durchfall, Bauchschmerzen, Apathie, Schock, Nierenversagen, Atemlähmung

Pferde
Sehr stark

Kolik, Zähneknirschen, Erbrechen, blutiger Durchfall, Milchversiegen bei Stuten, Kreislaufkollaps, Atemlähmung

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileAlle Pflanzenteile, insbesondere Blüten und reife Samen. Vergiftungen treten vor allem im Frühjahr durch Blätter und Samen auf.
VergiftungswegOrale Aufnahme durch versehentlichen Verzehr von Pflanzenteilen. Darüber hinaus können Gifte über die Milch laktierender Tiere aufgenommen werden.
Giftige InhaltsstoffeColchicin; Colchicosid; Demecolcin; Weitere Tropolonalkaloide

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Sofort Kontakt zur Pflanze unterbrechen, verbliebene Pflanzenteile aus dem Mund entfernen
  • • Kein Erbrechen herbeiführen, außer es wird von Arzt/Tierarzt ausdrücklich empfohlen
  • • Eine Probe der aufgenommenen Pflanze für die Identifizierung aufbewahren

Sofort Tierarzt rufen

  • • Bei Verdacht auf Aufnahme auch geringster Mengen der Pflanze sofort kontaktieren
  • • Bei Auftreten erster Symptome wie Speichelfluss, Erbrechen oder Apathie
  • • Bei bekanntem Verzehr von Pflanzenteilen auch ohne sofort sichtbare Symptome

Prävention

  • • Herbstzeitlose in Gärten mit Kindern und Haustieren vollständig entfernen
  • • Beim Sammeln von Bärlauch unbedingt am Knoblauchgeruch prüfen, Herbstzeitlosenblätter sind geruchlos
  • • Weideflächen und Tierfutter regelmäßig auf Bestandteile der Herbstzeitlose kontrollieren

Behandlung & Prognose

  • • Dekontamination des Magen-Darm-Trakts z. B. durch Gabe von Aktivkohle
  • • Symptomatische Therapie zur Stabilisierung von Kreislauf und Atmung
  • • Kontrolle und Unterstützung der Organfunktionen, insbesondere von Niere und Knochenmark
  • • Umgehende ärztliche oder tierärztliche Versorgung ist unbedingt erforderlich
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NameColchicum autumnale
AliasnamenGiftkrokus、Wiesensafran、Herbstkrokus
Giftigkeitsgrad
MenschenSehr stark
KatzenSehr stark
HundeSehr stark
PferdeSehr stark
Zielorgane
Magen-Darm-TraktNierenLeberKnochenmarkHerz-Kreislauf-SystemAtemmuskulatur
Wirkmechanismus

• Colchicin und weitere Alkaloide hemmen die Zellteilung, schädigen Schleimhäute und führen zu Funktionsverlusten verschiedener Organe

• Die Giftwirkung bleibt auch bei Trocknung, Lagerung oder Kochen der Pflanzenteile vollständig erhalten

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Schwein: Sehr hohe Empfindlichkeit gegenüber Colchicin, bereits geringe Mengen können tödlich wirken.
Rind und Schaf: Teilweise Resistenz gegen Colchicin, Vergiftungen treten nur bei Aufnahme sehr großer Mengen auf.
Laktierende Tiere: Gifte werden auch über die Milch ausgeschieden, auch ohne sichtbare Symptome kann die Milch Vergiftungen verursachen.
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Krokus Crocus sp.
Ähnliche Blütenform, Krokus ist nur schwach bis mäßig giftig. Unterschied: Viele Krokusarten blühen im Frühjahr, Herbstzeitlose im Herbst.
Bärlauch Allium ursinum
Sehr ähnliche Blattform. Wichtiger Unterschied: Bärlauchblätter riechen deutlich nach Knoblauch, Herbstzeitlosenblätter sind geruchlos. Bärlauch ist für Menschen ungiftig.
Maiglöckchen Convallaria majalis
Ähnliche Blattform, ebenfalls stark giftig. Unterschied: Maiglöckchen bildet weiße, glockenförmige Blüten im Frühjahr.
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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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