Felsenmispel giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 5 Min. Lesezeit| 1,808 fanden dies hilfreich
Felsenmispel
1

Alle Pflanzenteile außer reifen Beeren enthalten cyanogene Glykoside, die zu Blausäureintoxikation führen können.

2

Wiederkäuer reagieren deutlich empfindlicher auf die Giftstoffe als Monogastrier wie Menschen, Hunde oder Katzen.

3

Akute schwere Vergiftungen führen oft innerhalb weniger Sekunden zum Tod, sodass Hilfe meist zu spät kommt.

Häufige Fragen

Ist Felsenmispel giftig für Menschen?

Leichte bis mäßige Magen-Darm-Beschwerden wie Speichelfluss, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall nach Aufnahme giftiger Pflanzenteile (Gering)

Ist Felsenmispel giftig für Katzen?

Keine spezifischen Daten verfügbar, erwartbar sind leichte Magen-Darm-Symptome bei Aufnahme größerer Mengen (Gering)

Ist Felsenmispel giftig für Hunde?

Wie bei anderen Monogastriern: Speichelfluss, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall nach Aufnahme giftiger Pflanzenteile (Gering)

Ist Felsenmispel giftig für Pferde?

Als Monogastrier erwartbar: Magen-Darm-Beschwerden, bei sehr hoher Aufnahme ggf. weitere neurologische Symptome (Gering)

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Giftigkeitsdetails

Menschen
Gering

Leichte bis mäßige Magen-Darm-Beschwerden wie Speichelfluss, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall nach Aufnahme giftiger Pflanzenteile

Katzen
Gering

Keine spezifischen Daten verfügbar, erwartbar sind leichte Magen-Darm-Symptome bei Aufnahme größerer Mengen

Hunde
Gering

Wie bei anderen Monogastriern: Speichelfluss, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall nach Aufnahme giftiger Pflanzenteile

Pferde
Gering

Als Monogastrier erwartbar: Magen-Darm-Beschwerden, bei sehr hoher Aufnahme ggf. weitere neurologische Symptome

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileGanze Pflanze mit Ausnahme der vollständig reifen Beeren
VergiftungswegOrale Aufnahme von giftigen Pflanzenteilen (Blätter, Stängel, Rinde, unreife Früchte)
Giftige InhaltsstoffeCyanogene Glykoside (u.a. Prunasin)

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Sofortige Beendigung der Aufnahme von Pflanzenteilen
  • • Mundhöhle von vorhandenen Pflanzenresten befreien
  • • Frische Luftzufuhr sicherstellen bei Anzeichen von Atembeschwerden
  • • Kein Erbrechen herbeiführen ohne medizinische Anweisung

Sofort Tierarzt rufen

  • • Auftreten von Atemnot, Krämpfen oder Bewusstlosigkeit
  • • Aufnahme großer Mengen von giftigen Pflanzenteilen
  • • Anhaltende Magen-Darm-Beschwerden länger als 2 Stunden nach Kontakt

Prävention

  • • Pflanzen außerhalb der Reichweite von Kleinkindern und Haustieren platzieren
  • • Vor dem Verzehr von Wildbeeren eine eindeutige Identifizierung durchführen
  • • Weidetieren keinen Zugang zu Felsenmispel-Beständen gewähren

Behandlung & Prognose

  • • Bei akuter Blausäureintoxikation sofortige medizinische Versorgung einleiten
  • • Beatmung mit 95 % Sauerstoff und 5 % Kohlendioxid durchführen
  • • Gabe von 1%iger Natriumnitritlösung (20-25 mg/kg Körpergewicht i.v.) gefolgt von 25%iger Natriumthiosulfatlösung (0.5-1.25 g/kg Körpergewicht i.v.)
  • • Bei Bedarf Wiederholung der Gabe mit halber Dosis
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NameAmelanchier ovalis Medik.; Aronia rotundifolia Pers.
AliasnamenFelsenbirne、Gewöhnliche Felsenbirne、Gemeine Felsenbirne
Giftigkeitsgrad
MenschenGering
KatzenGering
HundeGering
PferdeGering
Zielorgane
Magen-Darm-TraktAtemwegeNervensystemHerz-Kreislauf-System
Wirkmechanismus

• Cyanogene Glykoside werden im Körper zu Blausäure hydrolysiert, die die zelluläre Atmung hemmt

• Bei Wiederkäuern wird die Hydrolyse durch das alkalische Pansenmilieu begünstigt, bei Monogastriern hemmt das saure Magenmilieu die verantwortlichen Enzyme

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Wiederkäuer (Rind, Schaf, Ziege): Besonders empfindlich: Symptome wie Speichelfluss, Atemnot, Blähungen, Taumeln, Krämpfe, hellrote Schleimhäute, Lähmung, im Extremfall schneller Tod ohne Vorwarnsymptome
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Heidelbeere Vaccinium myrtillus
Optische Ähnlichkeit der reifen Beeren; Heidelbeere ist vollständig ungiftig, während bei der Felsenmispel alle Teile außer den reifen Beeren giftig sind
Andere Rosengewächse Verschiedene Arten der Familie Rosaceae
Ähnliche Blatt- und Blütenmerkmale; viele Vertreter der Familie enthalten ebenfalls cyanogene Glykoside und sind giftig
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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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