Schwarzdorn giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 3 Min. Lesezeit| 4,506 fanden dies hilfreich
Schwarzdorn
1

Alle Pflanzenteile außer dem Fruchtfleisch reifer Beeren enthalten giftige cyanogene Glykoside

2

Wiederkäuer reagieren deutlich empfindlicher auf die Giftstoffe als Monogastrier

3

Eine akute Blausäurevergiftung endet oft innerhalb weniger Sekunden tödlich, ehe Hilfe eintrifft

Häufige Fragen

Ist Schwarzdorn giftig für Menschen?

Bei Aufnahme giftiger Pflanzenteile treten typischerweise Magen-Darm-Beschwerden wie Speichelfluss, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall auf (Gering)

Ist Schwarzdorn giftig für Katzen?

Als Monogastrier erleiden Katzen nach Aufnahme giftiger Teile vor allem Magen-Darm-Symptome wie Speichelfluss, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall (Gering)

Ist Schwarzdorn giftig für Hunde?

Als Monogastrier erleiden Hunde nach Aufnahme giftiger Teile vor allem Magen-Darm-Symptome wie Speichelfluss, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall (Gering)

Ist Schwarzdorn giftig für Pferde?

Als Monogastrier erleiden Pferde nach Aufnahme giftiger Teile vor allem Magen-Darm-Symptome wie Speichelfluss, Bauchschmerzen und Durchfall (Gering)

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Giftigkeitsdetails

Menschen
Gering

Bei Aufnahme giftiger Pflanzenteile treten typischerweise Magen-Darm-Beschwerden wie Speichelfluss, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall auf

Katzen
Gering

Als Monogastrier erleiden Katzen nach Aufnahme giftiger Teile vor allem Magen-Darm-Symptome wie Speichelfluss, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall

Hunde
Gering

Als Monogastrier erleiden Hunde nach Aufnahme giftiger Teile vor allem Magen-Darm-Symptome wie Speichelfluss, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall

Pferde
Gering

Als Monogastrier erleiden Pferde nach Aufnahme giftiger Teile vor allem Magen-Darm-Symptome wie Speichelfluss, Bauchschmerzen und Durchfall

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileGanze Pflanze außer dem Fruchtfleisch reifer Beeren, besonders giftig sind Rinde, Samen und frische Blätter
VergiftungswegAufnahme von giftigen Pflanzenteilen über den Mund
Giftige InhaltsstoffePrunasin; Amygdalin

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Kein künstliches Erbrechen herbeiführen ohne Rücksprache mit Arzt oder Tierarzt
  • • Betroffene Person oder Tier ruhig stellen, um Stoffwechsel und Giftaufnahme zu verlangsamen
  • • Falls ärztlich angeordnet, Aktivkohle zur Bindung von Giftstoffen verabreichen

Sofort Tierarzt rufen

  • • Wenn größere Mengen giftiger Pflanzenteile aufgenommen wurden
  • • Wenn schwere Symptome wie Atemnot, Krämpfe oder Bewusstlosigkeit auftreten
  • • Wenn sich leichte Symptome innerhalb weniger Stunden verschlimmern

Prävention

  • • Halten Sie giftige Pflanzenteile von Kindern und Haustieren fern
  • • Verwenden Sie bei der Verarbeitung von Schlehen keine Blätter, Rinde oder Samen
  • • Pflanzen Sie Schwarzdorn nicht in unmittelbarer Nähe von Weideflächen für Wiederkäuer

Behandlung & Prognose

  • • Beatmung mit Gemisch aus 95% Sauerstoff und 5% Kohlendioxid bei Atemnot
  • • Intravenöse Gabe von 1%iger Natriumnitritlösung (20-25 mg/kg Körpergewicht)
  • • Anschließend intravenöse Gabe von 25%iger Natriumthiosulfatlösung (0,5-1,25 g/kg Körpergewicht)
  • • Bei Bedarf Wiederholung der Gabe mit halber Dosis
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NamePrunus spinosa L.
AliasnamenSchlehdorn
Giftigkeitsgrad
MenschenGering
KatzenGering
HundeGering
PferdeGering
Zielorgane
Magen-Darm-TraktAtemwegeNervensystemKreislaufsystem
Wirkmechanismus

• Cyanogene Glykoside werden im Körper zu Blausäure umgewandelt, die die Zellatmung hemmt

• Bei Wiederkäuern sind umwandelnde Enzyme im neutralen Pansenmilieu aktiv, bei Monogastriern im sauren Magenmilieu gehemmt

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Wiederkäuer (z. B. Rind, Schaf, Ziege): Besonders empfindlich: Symptome sind Speichelfluss, Atemnot, Tympanie, Taumeln, Krämpfe, Lähmung, im Extremfall Tod innerhalb weniger Sekunden ohne vorherige Symptome
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Andere Rosengewächse (z. B. Kirsche, Pflaume) Verschiedene Arten der Familie Rosaceae
Viele Rosaceae enthalten ebenfalls cyanogene Glykoside und ähneln sich im Blatt- und Wuchsbild, unterscheiden sich aber durch Blüten- und Fruchtform
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Verwandte giftige Pflanzen

Echter Pfirsich
Echter Pfirsich
Prunus persica
Stark giftig
Späte Traubenkirsche
Späte Traubenkirsche
Prunus serotina
Stark giftig
Kulturapfel
Kulturapfel
Malus domestica
Schwach giftig (nur Samen und Blätter)

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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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