Mistel giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 5 Min. Lesezeit| 1,131 fanden dies hilfreich
Mistel
1

Die gesamte Pflanze enthält toxische Lectine (Viscumine) und Thionine (Viscotoxine).

2

Bei oraler Einnahme treten üblicherweise nur milde Magen-Darm-Beschwerden auf.

3

Bei Hunden und Pferden können in schweren Fällen neurologische Symptome bis hin zum Tod auftreten.

Häufige Fragen

Ist Mistel giftig für Menschen?

Magen-Darm-Symptome, schwere Vergiftungen nur bei Überdosierung parenteral verabreichter Mistelpräparate. (Gering)

Ist Mistel giftig für Katzen?

Keine spezifischen Daten verfügbar. Bei Verdacht auf Einnahme sofort einen Tierarzt konsultieren. (Gering)

Ist Mistel giftig für Hunde?

Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, vermehrte Harnausscheidung, Unterkühlung, Koordinationsstörungen, erweiterte Pupillen, Überempfindlichkeit, Muskelzuckungen, in Einzelfällen Tod. (Mäßig)

Ist Mistel giftig für Pferde?

Kolik, Atemnot, Koordinationsstörungen, Todesfälle sind selten. (Gering)

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Giftigkeitsdetails

Menschen
Gering

Magen-Darm-Symptome, schwere Vergiftungen nur bei Überdosierung parenteral verabreichter Mistelpräparate.

Katzen
Gering

Keine spezifischen Daten verfügbar. Bei Verdacht auf Einnahme sofort einen Tierarzt konsultieren.

Hunde
Mäßig

Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, vermehrte Harnausscheidung, Unterkühlung, Koordinationsstörungen, erweiterte Pupillen, Überempfindlichkeit, Muskelzuckungen, in Einzelfällen Tod.

Pferde
Gering

Kolik, Atemnot, Koordinationsstörungen, Todesfälle sind selten.

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileDie gesamte Pflanze ist giftig.
VergiftungswegOrale Einnahme von Pflanzenteilen, bei Menschen zudem parenterale Gabe von therapeutischen Mistelpräparaten.
Giftige InhaltsstoffeMistellectin ML I (Viscumin); Mistellectin ML II; Mistellectin ML III; Viscotoxin A-2 (VA2); Viscotoxin A-3 (VA3); Viscotoxin B (VB); Viscotoxin C1

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Mund sofort gründlich mit Wasser ausspülen und verbleibende Pflanzenteile entfernen.
  • • Kein Erbrechen herbeiführen, außer dies wird von einem Arzt oder Tierarzt ausdrücklich empfohlen.
  • • Betroffene Person oder Tier ruhigstellen und keine unbefugten Medikamente verabreichen.

Sofort Tierarzt rufen

  • • Bei Auftreten von Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Koordinationsstörungen oder Atembeschwerden nach Einnahme.
  • • Bei Einnahme größerer Mengen der Pflanze, auch wenn noch keine Symptome sichtbar sind.
  • • Bei Verdacht auf Einnahme bei Haustieren oder Nutztieren.

Prävention

  • • Pflanzen außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahren.
  • • Weideflächen regelmäßig von Misteln befreien, um eine Aufnahme durch Pferde zu verhindern.
  • • Therapeutische Mistelpräparate nur nach ärztlicher Anweisung in der empfohlenen Dosis anwenden.

Behandlung & Prognose

  • • Dekontamination, z. B. Gabe von Aktivkohle bei oraler Einnahme innerhalb der ersten 2 Stunden.
  • • Symptomatische Therapie, z. B. Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten bei Erbrechen und Durchfall.
  • • Bei schweren Vergiftungen stationäre Überwachung und unterstützende Maßnahmen zur Stabilisierung von Kreislauf und Atmung.
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NameViscum album L.s.l.
AliasnamenWeissbeerige Mistel、Weisse Mistel、Drudenfuss、Hexenbesen、Donnerbesen
Giftigkeitsgrad
MenschenGering
KatzenGering
HundeMäßig
PferdeGering
Zielorgane
Magen-Darm-SchleimhautNervensystemKreislaufsystemNieren
Wirkmechanismus

• Die enthaltenen Mistellectine wirken zytotoxisch und schädigen vor allem die Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts.

• Viscotoxine beeinträchtigen bei höherer Dosis das Nervensystem, den Kreislauf und die Nierenfunktion.

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Rinder: Bei Einnahme kleinerer Mengen meist keine oder nur milde Magen-Darm-Symptome, schwere Vergiftungen sind selten.
Schafe: Geringe Giftempfindlichkeit, nur bei Aufnahme sehr großer Mengen treten Beschwerden auf.
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Eibe Taxus baccata
Ähnelt der Mistel durch dunkelgrüne Blätter und Beeren, hat aber längere Nadeln und rote statt weißer Beeren; Eibe ist deutlich giftiger.
Buchsbaum Buxus sempervirens
Kleine dunkelgrüne Blätter können an Mistel erinnern, unterscheidet sich durch fehlende weiße Beeren und dichteren Wuchs.
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Verwandte giftige Pflanzen

Amerikanische Mistel
Phoradendron serotinum
Mäßig giftig
Zwergmistel
Arceuthobium oxycedri
Schwach giftig
Kap-Mistel
Viscum capense
Mäßig giftig

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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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