Adlerfarn giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 4 Min. Lesezeit| 1,473 fanden dies hilfreich
Adlerfarn
1

Alle Pflanzenteile sind sowohl frisch als auch getrocknet giftig, der höchste Toxingehalt liegt in jungen Teilen.

2

Vergiftungen bei Pferden treten vor allem bei unzureichender Futterversorgung oder Beimengung im Heu auf.

3

Unbehandelte Vergiftungen bei Pferden führen innerhalb von 1-2 Tagen nach Symptombeginn zum Tod.

Häufige Fragen

Ist Adlerfarn giftig für Menschen?

Keine spezifischen klinischen Daten verfügbar, enthaltene Toxine können auch bei Menschen Zellschäden verursachen. (Mäßig)

Ist Adlerfarn giftig für Katzen?

Toxizität für Katzen ist aktuell unbekannt. (Unbekannt)

Ist Adlerfarn giftig für Hunde?

Toxizität für Hunde ist aktuell unbekannt. (Unbekannt)

Ist Adlerfarn giftig für Pferde?

Gewichtsverlust, Koordinationsstörungen (sogenanntes Bracken-Stolpern), breiter Stand mit gewölbtem Rücken, starkes Muskelzittern, Unfähigkeit aufzustehen, unbehandelt Tod binnen 1-2 Tagen. (Sehr stark)

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Giftigkeitsdetails

Menschen
Mäßig

Keine spezifischen klinischen Daten verfügbar, enthaltene Toxine können auch bei Menschen Zellschäden verursachen.

Katzen
Unbekannt

Toxizität für Katzen ist aktuell unbekannt.

Hunde
Unbekannt

Toxizität für Hunde ist aktuell unbekannt.

Pferde
Sehr stark

Gewichtsverlust, Koordinationsstörungen (sogenanntes Bracken-Stolpern), breiter Stand mit gewölbtem Rücken, starkes Muskelzittern, Unfähigkeit aufzustehen, unbehandelt Tod binnen 1-2 Tagen.

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileGesamte Pflanze, oberirdische Teile auch nach Trocknung giftig, höchster Wirkstoffgehalt in jungen Pflanzenteilen.
VergiftungswegOrale Aufnahme von frischen Pflanzenteilen oder kontaminiertem Heu/Futter.
Giftige InhaltsstoffeThiaminase; Kaffeesäure; Astralagin; Isoquercetin; Ptaquilosid (PTA); Pterosin B (PTB)

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Sofort weitere Aufnahme der Pflanze unterbinden und kontaminiertes Futter vollständig entfernen.
  • • Betroffene Tiere ruhigstellen und vor Verletzungen durch Stürze schützen.
  • • Sofort einen Tierarzt über den Vorfall informieren.

Sofort Tierarzt rufen

  • • Bei nachweisbarer Aufnahme von Adlerfarn durch Pferde, Wiederkäuer oder Schweine.
  • • Bei Auftreten von Koordinationsstörungen, Muskelzittern oder unklarer Schwäche bei Weidetieren.
  • • Bei Auftreten von Blutungen oder Blässe der Schleimhäute bei Wiederkäuern oder Kaninchen.

Prävention

  • • Weiden regelmäßig auf Vorkommen von Adlerfarn überprüfen und Pflanzen vollständig entfernen.
  • • Heu sorgfältig auf Beimengungen von Adlerfarn prüfen vor der Verfütterung.
  • • Sichere Futterversorgung von Weidetieren sicherstellen, um Fressnahme von giftigen Pflanzen zu vermeiden.

Behandlung & Prognose

  • • Bei Pferden: 100-200 mg Thiamin (Vitamin B1) zweimal täglich am ersten Tag, danach einmal täglich für 7-14 Tage verabreichen.
  • • Bei Rindern: Wiederholte Bluttransfusionen (mindestens 4-5 Liter) und Gabe von Eisen-Dextran-Präparaten durchführen.
  • • Unterstützende symptomatische Therapie nach ausdrücklicher tierärztlicher Anweisung.
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NamePteridium aquilinum
AliasnamenAdlersaumfarn、Großer Waldfarn、Johanniswurz、Jesus-Christwurz
Giftigkeitsgrad
MenschenMäßig
KatzenUnbekannt
HundeUnbekannt
PferdeSehr stark
Zielorgane
ZentralnervensystemKnochenmarkBlutgefäßeBlaseNetzhautNiere
Wirkmechanismus

• Thiaminase verursacht einen Thiaminmangel, der Störungen des Zentralnervensystems und des Stoffwechsels auslöst.

• Ptaquilosid wird im alkalischen Milieu zu einem stark alkylierenden Dienon umgewandelt, das nachhaltige Zellschäden verursacht.

• Schädigung des blutbildenden Knochenmarks führt zu erhöhter Kapillarfragilität und Blutgerinnungsstörungen.

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Schaf: Progressive Netzhautatrophie (sogenannte „helle Blindheit“) durch Gefäßstenose, Thiaminmangel unter experimentellen Bedingungen.
Rind: Fieber, blasse Schleimhäute, innere/äußere Blutungen, chronische Zystitis und enzootische Rinderhämaturie bei chronischer Aufnahme.
Kaninchen: Schwere Schädigung des blutbildenden Knochenmarks, erhöhte Kapillarfragilität und Blutgerinnungsstörungen.
Schwein: Ausgeprägter Thiaminmangel nach chronischer Aufnahme von Adlerfarn.
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Andere giftige Farne Verschiedene Gattungen der Familie Polypodiaceae
Hohe optische Ähnlichkeit mit anderen Farnarten; Unterscheidungsmerkmal: Adlerfarn hat typische dreiteilige, groß gefiederte Blätter und wird deutlich größer als viele einheimische Farnarten.
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Verwandte giftige Pflanzen

Echter Wurmfarn
Echter Wurmfarn
Dryopteris filix-mas
Stark giftig ++
Hirschzungenfarn
Hirschzungenfarn
Asplenium scolopendrium
Mäßig giftig +
Gewöhnlicher Tüpfelfarn
Gewöhnlicher Tüpfelfarn
Polypodium vulgare
Schwach giftig (+)

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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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