Knolliger Hahnenfuss giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 5 Min. Lesezeit| 3,266 fanden dies hilfreich
Ranunculus bulbosus L.
1

Die Giftwirkung geht von Protoanemonin aus, das erst bei Verletzung oder Welken aus dem ungiftigen Ranunculin entsteht.

2

Getrocknete Pflanze im Dürrfutter oder Silage nach 2-monatiger Lagerung ist nicht mehr toxisch.

3

Meist treten nur leichte Magen-Darm-Beschwerden auf, sehr hohe Dosen können aber tödlich verlaufen.

Häufige Fragen

Ist Knolliger Hahnenfuss giftig für Menschen?

Leichte Gastroenteritis bei geringer Aufnahme, bei höheren Dosen Bläschen/Schwellungen im Mund, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, selten Atemlähmung. (Stark)

Ist Knolliger Hahnenfuss giftig für Katzen?

Keine spezifischen Daten verfügbar, zu erwarten sind Mundreizung, Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Krämpfe bei hoher Aufnahme. (Gering)

Ist Knolliger Hahnenfuss giftig für Hunde?

Keine spezifischen Daten verfügbar, Symptome ähneln wie bei anderen Säugetieren: Schleimhautreizungen, Magen-Darm-Beschwerden, ggf. Nervensymptome. (Gering)

Ist Knolliger Hahnenfuss giftig für Pferde?

Leichte Gastroenteritis bei geringer Aufnahme. Ab 2 kg Aufnahme oder 3-wöchiger Daueraufnahme: Mundbläschen, Schwellungen, Speicheln, Kolik, Blut im Urin, Krämpfe, Lähmungen, selten Tod durch Atemlähmung; bei Stuten Euterentzündung mit rötlicher, bitterer Milch. (Stark)

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Giftigkeitsdetails

Menschen
Stark

Leichte Gastroenteritis bei geringer Aufnahme, bei höheren Dosen Bläschen/Schwellungen im Mund, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, selten Atemlähmung.

Katzen
Gering

Keine spezifischen Daten verfügbar, zu erwarten sind Mundreizung, Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Krämpfe bei hoher Aufnahme.

Hunde
Gering

Keine spezifischen Daten verfügbar, Symptome ähneln wie bei anderen Säugetieren: Schleimhautreizungen, Magen-Darm-Beschwerden, ggf. Nervensymptome.

Pferde
Stark

Leichte Gastroenteritis bei geringer Aufnahme. Ab 2 kg Aufnahme oder 3-wöchiger Daueraufnahme: Mundbläschen, Schwellungen, Speicheln, Kolik, Blut im Urin, Krämpfe, Lähmungen, selten Tod durch Atemlähmung; bei Stuten Euterentzündung mit rötlicher, bitterer Milch.

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileDie gesamte Pflanze; Aufnahme größerer Mengen ist aufgrund des scharfen Geschmacks selten.
VergiftungswegOrale Aufnahme durch Fressen der frischen Pflanze; direkter Kontakt kann auch Hautreizungen auslösen.
Giftige InhaltsstoffeRanunculin; Protoanemonin; Anemonin

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Entfernen Sie restliche Pflanzenbestandteile aus dem Maul der betroffenen Person/dem Tier.
  • • Verabreichen Sie Wasser oder schleimhaltige Flüssigkeiten zum Schutz der Verdauungsschleimhäute.
  • • Lösen Sie kein künstliches Erbrechen aus, außer dies wird von Fachpersonal empfohlen.

Sofort Tierarzt rufen

  • • Wenn größere Mengen der frischen Pflanze aufgenommen wurden.
  • • Bei Auftreten von Bläschen im Mund, Krämpfen, Atembeschwerden oder Blut im Urin.
  • • Wenn Erbrechen oder Durchfall länger als wenige Stunden anhalten.

Prävention

  • • Halten Sie Haustiere und Weidetiere von Beständen des Knolligen Hahnenfußes fern.
  • • Kontrollieren Sie Futter auf Anteile von frischem Hahnenfuß vor Verfütterung.
  • • Beachten Sie, dass Silage mit Hahnenfuß erst nach 2-monatiger Lagerung untoxisch ist.

Behandlung & Prognose

  • • Dekontamination des Magen-Darm-Trakts durch medizinisches Fachpersonal.
  • • Symptomatische Therapie mit Schleimhautschutzmitteln.
  • • Ggf. Verabreichung von Antihistaminika.
  • • Unterstützende Therapie bei Krämpfen oder Atembeschwerden.
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NameRanunculus bulbosus L.
AliasnamenSt. Anthonys Rübe
Giftigkeitsgrad
MenschenStark
KatzenGering
HundeGering
PferdeStark
Zielorgane
MundschleimhautVerdauungstraktNierenNervensystemAtemwege
Wirkmechanismus

• Aus dem ungiftigen Ranunculin entsteht bei Verletzung/Welken der Pflanze durch enzymatische Spaltung das toxische Protoanemonin.

• Protoanemonin reizt stark alle Schleimhäute und schädigt bei hoher Dosis das Nervensystem.

• Bei Trocknung dimerisiert Protoanemonin zum ungiftigen Anemonin, wodurch die Giftigkeit verschwindet.

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Kuh: Bei langfristiger Aufnahme treten Euterentzündungen auf, die produzierte Milch verfärbt sich rötlich und schmeckt bitter.
Kleinsäuger (Kaninchen, Meerschweinchen): Keine spezifischen Daten verfügbar, es ist aber mit Schleimhautreizungen und Magen-Darm-Beschwerden zu rechnen.
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Andere Hahnenfuß-Arten Ranunculus spp.
Fast alle Hahnenfuß-Arten sehen dem Knolligen Hahnenfuß sehr ähnlich und enthalten ebenfalls das giftige Protoanemonin.
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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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