Japanische Lavendelheide giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 5 Min. Lesezeit| 4,975 fanden dies hilfreich
Japanische Lavendelheide
1

Alle Teile der Pflanze enthalten giftige Grayanotoxine, bereits geringe Aufnahmemengen führen zu schweren Vergiftungen

2

Nachweislich giftig für Katzen und Hunde, das Vergiftungsrisiko für Pferde ist bisher unbekannt

3

Vergiftungen gehen mit kardiovaskulären und neurologischen Symptomen einher, die unbehandelt tödlich verlaufen können

Häufige Fragen

Ist Japanische Lavendelheide giftig für Menschen?

Keine spezifischen Human-Daten verfügbar, aufgrund der Inhaltsstoffe sind aber Symptome wie Speichelfluss, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen und Bewusstlosigkeit zu erwarten (Stark)

Ist Japanische Lavendelheide giftig für Katzen?

Übermäßiger Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, Apathie, niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Schwäche, Koma, tödlicher Verlauf bei fehlender Behandlung (Stark)

Ist Japanische Lavendelheide giftig für Hunde?

Übermäßiger Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, Apathie, niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Schwäche, Koma, tödlicher Verlauf bei fehlender Behandlung (Stark)

Ist Japanische Lavendelheide giftig für Pferde?

Keine bestätigten Vergiftungsfälle bekannt, bei Aufnahme von Pflanzenteilen sind aber ähnliche Symptome wie bei anderen Säugetieren möglich (Gering)

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Giftigkeitsdetails

Menschen
Stark

Keine spezifischen Human-Daten verfügbar, aufgrund der Inhaltsstoffe sind aber Symptome wie Speichelfluss, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen und Bewusstlosigkeit zu erwarten

Katzen
Stark

Übermäßiger Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, Apathie, niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Schwäche, Koma, tödlicher Verlauf bei fehlender Behandlung

Hunde
Stark

Übermäßiger Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, Apathie, niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Schwäche, Koma, tödlicher Verlauf bei fehlender Behandlung

Pferde
Gering

Keine bestätigten Vergiftungsfälle bekannt, bei Aufnahme von Pflanzenteilen sind aber ähnliche Symptome wie bei anderen Säugetieren möglich

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileGanze Pflanze, alle Organe (Blätter, Blüten, Stängel, Wurzeln) sind giftig
VergiftungswegOrale Aufnahme von Pflanzenteilen, Kontakt mit Pflanzensaft kann bei empfindlichen Personen leichte Hautreizungen auslösen
Giftige InhaltsstoffeGrayanotoxin I (Acetylandromedol, Andromedotoxin, Rhodotoxin); Grayanotoxin III (Andromedol); Grayanotoxin II (Andromedenol); Grayanotoxine IV bis XXI; Rhodojaponine; Grayanosid A; Pierosid A

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Entfernen Sie sofort alle verbliebenen Pflanzenteile aus dem Maul des betroffenen Tieres
  • • Halten Sie das Tier ruhig, vermeiden Sie Stress um die kardiovaskuläre Belastung zu senken
  • • Führen Sie kein selbstständiges Erbrechen herbeiführen ohne vorherige tierärztliche Absprache

Sofort Tierarzt rufen

  • • Wenn Ihr Tier auch nur kleine Mengen der Pflanze aufgenommen hat
  • • Wenn erste Symptome wie übermäßiger Speichelfluss, Erbrechen oder Apathie auftreten
  • • Wenn bereits Bewusstseinsstörungen, Herzrhythmusstörungen oder starke Schwäche feststellbar sind

Prävention

  • • Pflanzen Sie die Japanische Lavendelheide nicht in Bereichen, zu denen Haustiere oder Weidetiere Zugang haben
  • • Entfernen Sie regelmäßig herabgefallene Blätter und Blüten der Pflanze aus Ihrem Garten
  • • Informieren Sie sich über das Erscheinungsbild der giftigen Pflanze, um Verwechslungen zu vermeiden

Behandlung & Prognose

  • • Dekontamination z. B. Gabe von Aktivkohle unter tierärztlicher Aufsicht
  • • Symptomatische Therapie mit Analgetika, Antibiotika bei vorliegender Aspirationspneumonie
  • • Intravenöse Gabe von 20%iger Lipidlösung (1,5 ml/kg Körpergewicht über 5 Minuten) bei schweren Vergiftungen
  • • Gabe von Atropin bei auftretender Bradykardie
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NamePieris japonica
AliasnamenJapanischer Weißglockenstrauch、Maiglöckchenstrauch、Japanische Andromeda、Fetterheide
Giftigkeitsgrad
MenschenStark
KatzenStark
HundeStark
PferdeGering
Zielorgane
Herz-Kreislauf-SystemZentralnervensystemMagen-Darm-TraktAtemwege
Wirkmechanismus

• Grayanotoxine blockieren spannungsgesteuerte Natriumkanäle in Nerven- und Muskelzellen

• Die Störung der Erregungsleitung führt zu Funktionsbeeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Zentralnervensystems

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Rind: Symptome treten innerhalb von 6 Stunden nach Aufnahme auf und dauern 1-2 Tage, es besteht ein hohes Risiko für Aspirationspneumonie, tödlicher Verlauf ist möglich
Vögel: Sehr stark giftig, bereits geringe Mengen führen zu schweren, fast immer tödlichen Vergiftungen
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Andere Pieris-Arten Pieris spp.
Visuell sehr ähnlich, alle Arten sind ebenfalls giftig, Unterscheidung ist oft nur anhand von Blütenform und Wuchshöhe möglich
Traubenheide Leucothoe spp.
Gehört zur selben Familie, hat eine ähnliche Blattform, ist ebenfalls stark giftig, unterscheidet sich durch überhängende Blütenstände
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Verwandte giftige Pflanzen

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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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