Nacktblütiges Taubenkraut giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 2 Min. Lesezeit| 1,611 fanden dies hilfreich
Murdannia nudiflora (L.) Brenan
1

Die gesamte Pflanze ist giftig und löst bei Hautkontakt bereits entzündliche Hautreaktionen aus.

2

Vögel reagieren auf die Aufnahme mit sehr schweren, oft tödlichen Vergiftungen.

3

Bei Wiederkäuern kann die Aufnahme bereits nach 1-2 Stunden zu tödlicher Nitratvergiftung führen.

Häufige Fragen

Ist Nacktblütiges Taubenkraut giftig für Menschen?

Keine spezifischen Daten dokumentiert, es wird ein Risiko für Kontaktdermatitis durch Pflanzensaft vermutet. (Gering)

Ist Nacktblütiges Taubenkraut giftig für Katzen?

Keine nachgewiesenen toxischen Reaktionen in der verfügbaren Datenbank hinterlegt. (Ungiftig)

Ist Nacktblütiges Taubenkraut giftig für Hunde?

Zellvermittelte Kontaktdermatitis mit vesikulopustulösen Haut- und Schleimhautläsionen, Juckreiz, Erythem, Schwellung und Exsudation; zusätzlich möglich: Kreislaufkollaps, Erbrechen, Bauchschmerzen, Apathie. (Mäßig)

Ist Nacktblütiges Taubenkraut giftig für Pferde?

Keine nachgewiesenen toxischen Reaktionen in der verfügbaren Datenbank hinterlegt. (Ungiftig)

Pflanze unbekannt? Foto machen und in 1 Sekunde bestimmenApp laden

Giftigkeitsdetails

Menschen
Gering

Keine spezifischen Daten dokumentiert, es wird ein Risiko für Kontaktdermatitis durch Pflanzensaft vermutet.

Katzen
Ungiftig

Keine nachgewiesenen toxischen Reaktionen in der verfügbaren Datenbank hinterlegt.

Hunde
Mäßig

Zellvermittelte Kontaktdermatitis mit vesikulopustulösen Haut- und Schleimhautläsionen, Juckreiz, Erythem, Schwellung und Exsudation; zusätzlich möglich: Kreislaufkollaps, Erbrechen, Bauchschmerzen, Apathie.

Pferde
Ungiftig

Keine nachgewiesenen toxischen Reaktionen in der verfügbaren Datenbank hinterlegt.

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileGesamte Pflanze inklusive des enthaltenen Pflanzensafts
VergiftungswegDirekter Hautkontakt, orale Aufnahme von Pflanzenteilen
Giftige InhaltsstoffeDicarbonsäuren; Calciumoxalat-Kristalle (Raphide); Glykoproteine mit hohem Kohlenhydratanteil; Stickstoffverbindungen; Nitrate

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Sofortigen Kontakt zur Pflanze unterbrechen, betroffene Hautstellen gründlich mit Wasser und Seife waschen.
  • • Bei oraler Aufnahme den Mund gründlich mit kaltem Wasser ausspülen, kein Erbrechen ohne ärztliche Anweisung herbeiführen.
  • • Bei Anzeichen von Atemnot, starken Schwellungen oder Kreislaufschwäche sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

Sofort Tierarzt rufen

  • • Bei Auftreten von Bläschen, Pusteln, starker Schwellung oder anhaltendem Juckreiz nach Hautkontakt.
  • • Bei Anzeichen von Vergiftung nach oraler Aufnahme (Erbrechen, Bauchschmerzen, Apathie, Kreislaufschwäche).
  • • Nach nachgewiesener Aufnahme größerer Mengen der Pflanze auch ohne sofortige Symptome.

Prävention

  • • Kontakt mit der Pflanze generell vermeiden, insbesondere bei empfindlicher Haut.
  • • Die Pflanze von Haus- und Weidetieren fernhalten, um orale Aufnahme zu verhindern.
  • • Weiden regelmäßig auf Vorkommen der Pflanze kontrollieren und Befallsstellen umgehend räumen.

Behandlung & Prognose

  • • Symptomatische Therapie gemäß geltender Notfallprotokolle.
  • • Bei Methämoglobinämie: Langsame intravenöse Gabe von 1%iger Methylenblau-Lösung (9 mg/kg bei Rindern, Wiederholung nach 30 Minuten möglich).
  • • Initiale Gabe von 20 mg/kg Vitamin C intravenös, anschließend 30 mg/kg oral 3-mal täglich.
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NameMurdannia nudiflora (L.) Brenan
AliasnamenCommelina nudiflora L.、Aneilema nudiflorum Wall.、Tradescantia malabarica L.
Giftigkeitsgrad
MenschenGering
KatzenUngiftig
HundeMäßig
PferdeUngiftig
Zielorgane
HautSchleimhäuteKreislaufsystemMagen-Darm-TraktAtemwege
Wirkmechanismus

• Nadelförmige Calciumoxalat-Kristalle schädigen Haut und Schleimhäute bei direktem Kontakt und lösen Entzündungsreaktionen aus.

• Nitrate führen bei Wiederkäuern zu Methämoglobinämie und tödlichem Kreislaufversagen.

• Pflanzeninhaltsstoffe lösen zellvermittelte Immunreaktionen aus, die zu Kontaktdermatitis führen.

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Vögel: Sehr stark giftig (+++), Aufnahme führt zu schweren Vergiftungen mit sehr hoher Sterblichkeit
Wiederkäuer (Rind, Färse): Tödliche Nitratvergiftung bereits 1-2 Stunden nach Aufnahme größerer Mengen auf befallenen Weiden
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Andere Murdannia-Arten Murdannia spp.
Sehr ähnliches Wuchsbild und Standortansprüche, Unterscheidung für Laien kaum möglich, ebenfalls teilweise giftig.
Tradescantia-Arten Tradescantia spp.
Gehören zur gleichen Familie, ähnliche Blattform und Wuchshöhe, enthalten ebenfalls giftige Calciumoxalat-Kristalle.
Commelina-Arten Commelina spp.
Gleiche Standorte, ähnliche Blütenform, Unterscheidung oft nur anhand feiner morphologischer Merkmale möglich.
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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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