Kleinblütige Malve giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 4 Min. Lesezeit| 2,334 fanden dies hilfreich
Kleinblütige Malve
1

Die gesamte Pflanze, besonders die Samen, enthalten giftige Cyclopropensäuren wie Malvalsäure und Sterculiasäure.

2

Eine Aufnahme führt bei Weidetieren zu Myopathien mit Bewegungsstörungen, teilweise mit tödlichem Verlauf.

3

Bei Verdacht auf Aufnahme ist umgehend eine tierärztliche Behandlung erforderlich, die Prognose für stark betroffene Tiere ist schlecht.

Häufige Fragen

Ist Kleinblütige Malve giftig für Menschen?

Keine nachgewiesenen Vergiftungsfälle bei Menschen bekannt. Bei versehentlicher Aufnahme konsultieren Sie umgehend einen Arzt. (Gering)

Ist Kleinblütige Malve giftig für Katzen?

Keine bestätigten Vergiftungsfälle bei Katzen dokumentiert. Bei Verdacht auf Aufnahme konsultieren Sie sofort einen Tierarzt. (Gering)

Ist Kleinblütige Malve giftig für Hunde?

Keine bestätigten Vergiftungsfälle bei Hunden dokumentiert. Bei Verdacht auf Aufnahme konsultieren Sie sofort einen Tierarzt. (Gering)

Ist Kleinblütige Malve giftig für Pferde?

Schwitzen, Hypovolämie, Tachykardie, Herzrhythmusstörungen, Tachypnoe, steifer Gang, Muskelzittern, Faszikulationen, Kollaps und im schweren Fall Festliegen. (Mäßig)

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Giftigkeitsdetails

Menschen
Gering

Keine nachgewiesenen Vergiftungsfälle bei Menschen bekannt. Bei versehentlicher Aufnahme konsultieren Sie umgehend einen Arzt.

Katzen
Gering

Keine bestätigten Vergiftungsfälle bei Katzen dokumentiert. Bei Verdacht auf Aufnahme konsultieren Sie sofort einen Tierarzt.

Hunde
Gering

Keine bestätigten Vergiftungsfälle bei Hunden dokumentiert. Bei Verdacht auf Aufnahme konsultieren Sie sofort einen Tierarzt.

Pferde
Mäßig

Schwitzen, Hypovolämie, Tachykardie, Herzrhythmusstörungen, Tachypnoe, steifer Gang, Muskelzittern, Faszikulationen, Kollaps und im schweren Fall Festliegen.

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileGanze Pflanze, vor allem die Samen
VergiftungswegOral durch Aufnahme von Pflanzenteilen bei Weidegang oder über kontaminiertes Futter
Giftige InhaltsstoffeMalvalsäure; Sterculiasäure; Dihydrosterculiasäure

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Sofort weitere Aufnahme der Pflanze unterbinden, betroffenes Tier von dem betroffenen Weidebereich entfernen.
  • • Kein Erbrechen herbeiführen ohne vorherige Absprache mit einem Tierarzt.
  • • Kontaminiertes Futter sofort austauschen und durch unbelastetes Futter ersetzen.

Sofort Tierarzt rufen

  • • Wenn das Tier nachweislich Teile der Kleinblütigen Malve aufgenommen hat, auch bei noch fehlenden Symptomen.
  • • Wenn Symptome wie Muskelzittern, steifer Gang, Schwäche oder Atemnot auftreten.
  • • Wenn das Tier kollabiert, nicht mehr stehen kann oder Bewusstseinsstörungen zeigt.

Prävention

  • • Weiden und Futter regelmäßig auf Verunreinigungen mit Kleinblütiger Malve prüfen.
  • • Weideflächen von Beständen dieser Pflanze vollständig befreien.
  • • Tiere nicht in Bereichen mit hohem Vorkommen von Kleinblütiger Malve weiden lassen.

Behandlung & Prognose

  • • Dekontamination des Magen-Darm-Trakts unter tierärztlicher Anleitung durchführen.
  • • Symptomatische Therapie gemäß geltender Notfallprotokolle umsetzen.
  • • Bei schweren Fällen unterstützende Maßnahmen wie Flüssigkeitstherapie verabreichen.
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NameMalva parviflora L.
AliasnamenKäsekraut、Ägyptische Malve、Kleine Malve、Zwergmalve
Giftigkeitsgrad
MenschenGering
KatzenGering
HundeGering
PferdeMäßig
Zielorgane
SkelettmuskulaturHerzmuskulaturAtemwege
Wirkmechanismus

• Die enthaltenen Cyclopropensäuren stören den Fettstoffwechsel von Muskelzellen.

• Es entsteht eine irreversible Schädigung von Skelett- und Herzmuskulatur.

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Schafe: Myopathie mit steifem Gang, Muskelzittern, Muskel-Faszikulationen und Festliegen
Rinder: Muskelzittern, generalisierte Schwäche, andauernder Dekubitus, teilweise tödlicher Verlauf
Dromedare: Teilweise irreversible Lähmungen, ausgeprägte Ödeme an den Gliedmaßen
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Eibisch-Arten Althea spp.
Optisch sehr ähnlich aufgrund der typischen Malvenblatt- und Blütenform; Eibisch-Arten sind ungiftig und werden als Heilpflanzen verwendet.
Andere Malven-Arten Malva spp.
Viele Malven-Arten sind essbar oder ungiftig, die Unterscheidung erfolgt anhand der sehr kleinen Blütengröße von Malva parviflora.
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Verwandte giftige Pflanzen

Baumwolle
Gossypium spp.
Mäßig giftig, enthält ebenfalls Cyclopropensäuren in den Samen
Stinkbaum
Sterculia foetida
Stark giftig, enthält hohe Konzentrationen an Sterculiasäure
Kolabaum
Kolabaum
Cola acuminata
Mäßig giftig bei hoher Aufnahme aufgrund des hohen Koffeingehalts

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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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