Gemeiner Seidelbast giftig?

Aktualisiert 2026-03-06| 5 Min. Lesezeit| 4,053 fanden dies hilfreich
Gemeiner Seidelbast
1

Alle Pflanzenteile sind hochgiftig, insbesondere Samen und Rinde, Giftstoffe bleiben auch nach Trocknung wirksam

2

Vergiftungen führen zu Symptomen wie Krämpfen, blutigen Durchfällen und können bis zum Kreislaufkollaps und Tod führen

3

Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Maßnahmen einleiten und unverzüglich einen Arzt oder Tierarzt konsultieren

Häufige Fragen

Ist Gemeiner Seidelbast giftig für Menschen?

Fieber, Erbrechen, Speichelfluss, Schluckbeschwerden, Krämpfe, blutige Diarrhö, Blutungen, Lähmungen, Hyperthermie, blutiger Harn, Schock, Kreislaufkollaps (Sehr stark)

Ist Gemeiner Seidelbast giftig für Katzen?

Keine spezifischen Symptomdaten verfügbar, es wird von hoher Vergiftungsgefahr mit vergleichbaren Symptomen wie bei Menschen ausgegangen (Sehr stark)

Ist Gemeiner Seidelbast giftig für Hunde?

Keine spezifischen Symptomdaten verfügbar, es wird von hoher Vergiftungsgefahr mit vergleichbaren Symptomen wie bei Menschen ausgegangen (Sehr stark)

Ist Gemeiner Seidelbast giftig für Pferde?

Fressunlust, Kolik, Koordinationsstörungen, Atemnot, Fieber, Diarrhö, eventuell Tod (Sehr stark)

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Giftigkeitsdetails

Menschen
Sehr stark

Fieber, Erbrechen, Speichelfluss, Schluckbeschwerden, Krämpfe, blutige Diarrhö, Blutungen, Lähmungen, Hyperthermie, blutiger Harn, Schock, Kreislaufkollaps

Katzen
Sehr stark

Keine spezifischen Symptomdaten verfügbar, es wird von hoher Vergiftungsgefahr mit vergleichbaren Symptomen wie bei Menschen ausgegangen

Hunde
Sehr stark

Keine spezifischen Symptomdaten verfügbar, es wird von hoher Vergiftungsgefahr mit vergleichbaren Symptomen wie bei Menschen ausgegangen

Pferde
Sehr stark

Fressunlust, Kolik, Koordinationsstörungen, Atemnot, Fieber, Diarrhö, eventuell Tod

Giftigkeits-Snapshot

Giftige TeileAlle Pflanzenteile, besonders Samen und Rinde
VergiftungswegHauptsächlich orale Aufnahme von Pflanzenteilen; Hautkontakt kann zu Reizungen führen
Giftige InhaltsstoffeMezerein (Diterpenester); Daphnetoxin; Harze; ätherische Öle; Daphnin (Cumarin-Glycosid)

Erste Hilfe & Prävention

Erste 30 Minuten

  • • Sofort weitere Aufnahme von Pflanzenteilen unterbinden
  • • Bei frischer Aufnahme (weniger als 2 Stunden zurückliegend) Aktivkohle nach Rücksprache mit Fachpersonal verabreichen
  • • Kein eigenständiges Herbeiführen von Erbrechen ohne ärztliche Anweisung

Sofort Tierarzt rufen

  • • Bei jedem Verdacht auf Aufnahme von Pflanzenteilen, auch ohne sofort auftretende Symptome
  • • Bei Auftreten von Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Krämpfen oder blutigem Durchfall
  • • Bei Anzeichen von Atemnot, Schock oder Bewusstseinsstörungen

Prävention

  • • Pflanze fern von Haushalten mit Kindern, Katzen, Hunden und Weideflächen halten
  • • Beim Kontakt mit der Pflanze Handschuhe tragen, um Hautreizungen zu vermeiden
  • • Keine Teile der Pflanze als Gewürz oder Tierfutter verwenden

Behandlung & Prognose

  • • Dekontamination (Magenspülung, Aktivkohlegabe) bei frischer Aufnahme
  • • Symptomatische Therapie unter Aufsicht eines Arztes oder Tierarztes
  • • Überwachung von Kreislauffunktion und Elektrolythaushalt, Behandlung von Krämpfen
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Professionelle Toxikologie

Wissenschaftlicher NameDaphne mezereum L.
AliasnamenGemeiner Kellerhals、Beissbeere、Deutscher Pfeffer、Deutscher Bergpfeffer、Pfefferstrauch、Kellersalz、Zindelbast、Wolfsbast、Läusekraut、Scheisslorbeere、Brennwurz、Rochbeere、Ziegling、Thymelär、Damar、Zeiland、Alpenflieder
Giftigkeitsgrad
MenschenSehr stark
KatzenSehr stark
HundeSehr stark
PferdeSehr stark
Zielorgane
Magen-Darm-TraktNierenNervensystemHerz-Kreislauf-SystemLeberSchleimhäute
Wirkmechanismus

• Daphnetoxin reizt Schleimhäute und schädigt Nervensystem sowie innere Organe

• Mezerein wirkt zytotoxisch und verstärkt die Schleimhautreizung

• Daphnin beeinflusst die Blutgerinnung und führt zu Nierenschäden

Risiko für andere Tierarten (CliniTox)

CliniTox Veterinärtoxikologie.

Ferkel: Vergiftung führt zu Erbrechen und verläuft in der Regel tödlich
Weidetiere (Schafe, Ziegen): Hohes Vergiftungsrisiko bei Aufnahme auf Weiden, Symptome entsprechen den allgemeinen Vergiftungserscheinungen
Verwechslungsgefahr

Folgende Pflanzen sehen ähnlich aus und können verwechselt werden:

Echter Lorbeer Laurus nobilis
Ähnliche immergrüne Blattform, im Gegensatz zum giftigen Seidelbast ist echter Lorbeer essbar. Seidelbast bildet im Vorfrühling rosa Blüten und leuchtend rote Beeren, Lorbeer hingegen dunkelblaue Beeren.
Berglorbeer Kalmia latifolia
Auch immergrün und giftig, gehört aber zur Familie der Heidekrautgewächse. Er unterscheidet sich durch größere, in Rispen angeordnete weiße oder rosa Blüten.
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Verwandte giftige Pflanzen

Lorbeerseidelbast
Lorbeerseidelbast
Daphne laureola
Stark giftig ++
Kleines Seidenkraut
Pimelea linifolia
Stark giftig ++
Gewöhnliches Leimkraut
Thymelaea passerina
Giftig +

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Datenquellen

Diese Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlucken oder Vergiftungssymptomen sofort einen Arzt oder Tierarzt kontaktieren.

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